Großmuscheln: Kartierung und Schutzkonzepte


Schwanenmuschel - Anodonta cygnea im Allgäu

In Deutschland gibt es 7 Arten von Großmuscheln. Ursprünglich besiedelten sie fast allen heimischen Gewässern, doch aus vielen sind sie inzwischen verschwunden. Deshalb stehen alle einheimischen Großmuscheln mittlerweile unter Schutz. Die Lebensweise dieser Tiere ist sehr komplex und Großmuscheln stellen hohe Ansprüche an die „Funktionalität“ ihres Lebensraums. Beispielsweise benötigen die Larven (Glochidien) für ihre Weiterentwicklung (Metamorphose) zur Jungmuschel geeignete Wirtsfische. Großmuscheln verbinden daher wie sonst keine andere Gruppe die Belange von Naturschutz, Fischerei und Wasserwirtschaft und sie sind ideale Zeigerarten für negative schwer nachweisbare Beeinträchtigungen beispielsweise auf die Wasserqualität.

Trotzdem ist das Wissen über die Verbreitung der im verborgenen lebenden Großmuschelarten meist sehr gering. Aufgrund des teilweise hohen Schutzstatus bergen Eingriffe in Uferbereiche und Gewässersohle in die bevorzugten Lebensräume dieser Tiere meist ein nicht unerhebliches Konfliktpotenzial. Um artenschutzrechtliche Konflikte zu vermeiden, ist Spezialwissen nötig, wie es das Team von gobio durch langjährige Erfahrung besitzt.


Laufende Projekte

Umsiedlung, Maßnahmenkonzeption und Ausführung sowie Monitoring zum Schutz der Bachmuschel (Unio crassus) an der Elz. (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter)

 

Umsiedlung und Monitoring (Konzeption und Duchführung) zum Schutz der Bachmuschel (Unio crassus) an der Eschach. (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter)

Kommunales Artenschutzprogramm Großmuscheln für die Stadt Freiburg. (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter seit 2014).

 

 


Auswahl durchgeführter Arbeiten

Bearbeitung der Bachmuschelbestände in zahlreichen FFH-Gebieten in ganz Baden-Württemberg. Jagst zwischen Westernhausen und Crailsheim, Eschachtal und Seitentälern, Donau zwischen Sigmaringen und Riedlingen, Prim und Albvorland, Taubertal, Untere Argen (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter).

FFH-Stichprobenmonitoring der Bachmuschel (Unio crassus PHIL. 1788) in den Regierungsbezirken Freiburg und Tübingen 2011, 2017. Landesanstalt für Umweltschutz und Messungen (LUBW). (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter)

Mehrere Wiederansiedlungsprojekte für die Bachmuschel (Unio crassus).

(Bearbeiter: M. Pfeiffer seit 2007)

Mehrere FFH-Vorprüfung und Verträglichkeitsprüfung (Erheblicheitsprüfungen) für die Population der Bachmuschel (Unio crassus) bei Eingriffen.

(Bearbeiter: M. Pfeiffer seit 2006)


Veröffentlichungen (M. Pfeiffer, K. O. Nagel)

Pfeiffer, M. & Nagel, K.O. (2016): Die Bachmuschel (Unio crassus) überlebt - noch - in Metapopulationen. -Naturschutz und Landschaftsplanung, Band 48, Heft 12, 2016, Eugen-Ulmer-Verlag, Stuttgart

Pfeiffer, M. (2014): Sinanodonta woodiana (Lea 1834) im Großen Opfinger Baggersee bei Freiburg. -Mitteilungen des Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz e.V., Band 21, Heft 3, Freiburg i.Br.

Pfeiffer, M. & Klemm, M. (2012): Zustand und Perspektiven der Großmuscheln (Unioniden) in Baden-Württemberg. -Mitteilungen der deutschen malakologischen Gesellschaft, Frankfurt, Band 87, S: 41-42

PFfeiffer, M. & Nagel, K.O. (2010): Strategien und Methoden für die Erfassung von Bachmuscheln (Unio crassus), Schauen, tasten, graben. -Naturschutz und Landschaftsplanung, Heft 6, Eugen-Ulmer-Verlag, Stuttgart

Pfeiffer, M. (2009): Nachweis von Bachmuscheln (Unio crassus) in der Jagst. -Schriften zur Malakozoologie aus dem Haus der Natur, Heft 25, Cismar


Ansprechpartner

Michael Pfeiffer
tel: 07665 - 932 555
mobil: 0178 - 13 55 397

Karl-Otto Nagel
tel: 07661 - 90 76 57
mobil: 0171 - 79 08 579