Flusskrebse: Kartierung und Schutzprojekte


In Deutschland sind ursprünglich drei Flusskrebsarten heimisch: Edelkrebs, Steinkrebs und Dohlenkrebs. Durch Gewässerverschmutzung und Gewässerausbau wurden viele ihrer Lebensräume zerstört und die Bestände zusätzlich durch die mit gebietsfremden Arten eingeschleppte Krebspest dezimiert. Die fortschreitende Ausbreitung dieser Arten (Kamberkrebs, Signalkrebs, Kalikokrebs, Roter Sumpfkrebs und andere) führt durch Konkurrenz und Verschleppung der Krebspest zu einer immer stärkeren Bedrohung der verbliebenen Restbestände einheimischer Flusskrebse. Eine große Gefahr stellt der unkontrollierte Besatz mit gebietsfremden Arten dar. Einmal in ein Gewässer eingebracht, breiten sich die Tiere meist unwiederbringlich und oft auch rasant aus. Dadurch werden nicht nur die einheimischen Arten ausgerottet, sondern zuweilen krempeln die invasiven Flusskrebse ganze Ökosysteme (dauerhaft) um.


Laufende Projekte

Aktionsprogramm Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) im Ostalbkreis und dem Landkreis Schwäbisch-Hall – Detaillierte Erfassung und Maßnahmenplanung. Regierungspräsidium Stuttgart, Abteilung 5, Ref. 56. (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter seit 2018).

Modellprojekt Krebsperren zum Schutz von Dohlen- und Steinkrebsbeständen in den Regierungsbezirken Karlsruhe und Freiburg - Evaluation der Sperren und Erstellung eines Handlungsleitfaden. (Bearbeiter C. Günter & M. Pfeiffer 2017-2018).

Der Signalkrebs in Freiburg-St. Georgen – Risikoanalyse und Maßnahmenplanung zum Schutz des Dohlenkrebses im FFH-Gebiet „Mooswälder bei Freiburg“ und des Steinkrebs in Freiburg-Merzhausen. Auftraggeber: Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung 5, Ref. 56.

(Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter seit 2018).

Erfassung der Vorkommen, Maßnahmenkonzeption und Durchführung von Maßnahmen für den Steinkrebs im Hohenlohekreis. (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter in den Jahren 2014-2018).

 

Erfassung der Vorkommen und Maßnahmenableitung für den Schutz von Stein- und Edelkrebsen vor invasiven Signalkrebsen im Einzugsgebiet der Rotach (in Zusammenarbeit mit C. Chucholl 2017).

Monitoring und Maßnahmenkonzeption zum Schutz des durch einen Sedimenteintrag stark geschädigten Dohlenkrebs-Bestands im Warmbach. Regierungspräsidium Freiburg, Referat 44, Straßenplanung.

(Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter seit 2016).

Bearbeitung der Steinkrebsbestände im FFH-Gebiet „Hochschwarzwald um Hinterzarten" und der Stein- sowie Dohlenkrebsbestände im FFH-Gebiet "Kandelwald, Roßkopf und Zartener Becken" (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter).


Auswahl durchgeführter Arbeiten

Bearbeitung der Steinkrebsbestände für mehrere Managementpläne zu diversen FFH-Gebieten.

(Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter).

Naturschutzfachliche Stellungnahme zu Steinkrebsvorkommen im Neumagen. Auswirkungen von geplanten Ausleitungsstrecken (Wasserkraft) und Baumaßnahmen (Sanierung von Stützwänden).

(Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter, in den Jahren 2015 - 2018).

Erfassung der Steinkrebsbestände in den FFH-Gebieten Eschachtal und Seitentälern, Donau zwischen Sigmaringen und Riedlingen sowie Prim und Albvorland (Bearbeiter: M. Pfeiffer und Mitarbeiter in den Jahren 2015 - 2016)

Naturschutzfachliche Stellungnahme zum Steinkrebsvorkommen im Selbachtal. Beurteilung der Auswirkungen des Rückbaus zweier Wehre im Selbach auf die dortigen Steinkrebsbestände. Stadt Gaggenau.

(Bearbeiter: M. Pfeiffer im Jahr 2012)

Naturschutzfachliche Stellungnahme Steinkrebsvorkommen im Litzenwälderbächle und Zinkenbächle. Auswirkungen der geplanten Baumaßnahmen (insbesondere Bachverlegungen) beim Neubau der Kreisstraße K 5109. Simonsen-Lill Consult, Freiburg.

(Bearbeiter: M. Pfeiffer im Jahr 2011)

Übersichtskartierung Flusskrebse, insbesondere Steinkrebse (Austropotamobius torrentium) im Nordschwarzwald (Alb, Bühlot, Enz, Eyach, Glatt, Murg, Kinzig, Nagold, Neckar, Oos, Wolf). Landesfischereiverband Baden & RP Karlsruhe.

(Bearbeiter: M. Pfeiffer im Jahr 2008)


Veröffentlichungen

Vogt, G., Dorn, N.J., Pfeiffer, M., Lukhaup, C., Williams, B.W., Schulz, R., Schrimpf, A. (2018): In-depth investigation of the species problem and taxonomic status of marbled crayfish, the first asexual decapod crustacean. Zootaxa 4524 (3): 329-350.

Keller NS, Pfeiffer M, Roessink I, Schulz R, Schrimpf A. (2014): First evidence of crayfish plague agent in populations of the marbled crayfish (Procambarus fallax forma virginalis). -Knowledge and Management of Aquatic Ecosystems 15: 8

Chucholl C, Pfeiffer M (2010): First evidence for an established Marmorkrebs (Decapoda, Astacida, Cambaridae) population in Southwestern Germany, in syntopic occurrence with Orconectes limosus (Rafinesque, 1817). Aquatic Invasions 5: 405-412

Pfeiffer, M. (2010): Der Marmorkrebs Procambarus spec. (Cambaridae, Decapoda) im Moosweiher bei Freiburg im Breisgau. - forum flusskrebse (Verein zur Förderung und zum Schutz der europäischen Flusskrebse), Heft 13/2010

Pfeiffer, M. (2009): Flusskrebse im Mittleren und im Nordschwarzwald - Verbreitung und Gefährdung. -Zusammen­fassung des Vortrags im Tagungsband des Internationales Flusskrebsforum, Gersfeld

Pfeiffer, M. & Troschel, H.-J. (2007): Verbreitung nicht heimischer Flusskrebse am Oberrhein zwischen Karlsruhe und Freiburg. -Mitteilungen des Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz e.V., Band 20, Heft 1, Freiburg i.Br.

Pfeiffer, M. (2006): Parental Care of Spiny cheek Crayfish Orconectes limosus. -Crayfish NEWS, Vol.28 (2), Offical Newsletter of the International Association of Astacology, Auburn University

Pfeiffer, M. (2005): Marmorkrebse überleben im Eis. -Fischer & Teichwirt, Nr. 6, S: 204


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